Berlin, 21. September 2017 – Der Deutsche Rat für Public Relations hat anlässlich seines 30-jährigen Bestehens das Panel „PR-Skandale & PR-No-Gos” auf dem Kommunikationskongress 2017 ausgerichtet. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde anhand einiger aktueller ethischer Problemfälle der Branche die Relevanz ethischen Verhaltens von Organisationen diskutiert.

In seinem Eingangsstatement stellte Prof. Dr. Bentele den Rat, die Ratsgeschichte und einige oftmals durchaus schwierige Ratsentscheidungen vor. Die meisten Podiumsteilnehmer und Teilnehmerinnen stellten in der Diskussion des Panels Transparenz als wichtigen ethischen Wert auch für die PR-Branche heraus. Uwe Kohrs, Geschäftsführer impact Agentur für Kommunikation GmbH und Vorsitzender des DRPR-Trägervereins: „Transparenz ist der Kern, um Manipulation in der Kommunikation zu verhindern”.

Kohrs brachte auch die neue Online-Richtlinie des DRPR ins Gespräch, die Regeln für das richtige Kommunizieren in der Online- und Social Media-Welt enthält. Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende Transparency International Deutschland e.V., betonte, dass Kodizes und ethische Regeln allein oft nicht ausreichen, sondern gerade im Bereich Lobbyismus stärkere rechtliche Regelungen gefordert sein. Anja Görzel, Leiterin Presse und PR Südwestrundfunk, wies auf die Notwendigkeit hin, Ethik in die Aus- und Weiterbildung von Kommunikatoren zu integrieren. Gerade angesichts des nach wie vor bestehenden Quereinstiegs in die Branche sei es wichtig, bestimmte thematische Inhalte für die Ausbildung durchgehend anzubieten. Lutz Tillmanns, Geschäftsführer Trägerverein des Deutschen Presserates e.V., wies in seiner Antwort, auf eine entsprechende Frage des Moderators Jürgen Hogrefe, auf die Wichtigkeit von öffentlichen Rügen im Printsektor hin, die von Verlagen und Journalisten mittlerweile sehr ernst genommen werden, stellen sie doch ein öffentliches Anprangern journalistischen Fehlverhaltens dar. Ina Froehner, Director Corporate & Brand Communications, Pressesprecherin DaWanda GmbH, wies den Verdacht zurück, mit Pressearbeit und Agenda Setting Manipulation zu betreiben und betonte die Wichtigkeit der richtigen Auswahl von Kommunikationsmitteln und -maßnahmen.

Gemeinsam war man der Auffassung, dass Selbstkontrollorgane, wie der DRPR eines ist, und entsprechende Berufskodizes von großer Wichtigkeit sind, da diese entsprechend Orientierung geben, zur Reflexion des eigenen beruflichen Handelns anregen und gleichzeitig zur Professionalisierung und Legitimierung des Berufsfeldes in der Gesellschaft beitragen. Prof. Dr. Bentele als DRPR-Vorsitzender abschließend: „Der DRPR müsste im Jahr 2017 neu erfunden werden, wenn es ihn nicht schon 30 Jahre lang gäbe.”

Erklärung zum Selbstverständnis und zur Arbeitsweise des DRPR

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) ist das Organ der freiwilligen Selbstkontrolle für das Berufsfeld Public Relations. Der Rat wird rechtlich und ideell von der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) e.V., dem Bundesverband deutscher Pressesprecher (BdP) e.V., der Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) und der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung e.V. (de’ge’pol) im Trägerverein des Deutschen Rates für Public Relations e.V. getragen.

Ratsmitglieder sind Branchenexperten aus Unternehmen, Verbänden, Agenturen und anderen Organisationen. Die Arbeit des Rats basiert auf dem Deutschen Kommunikationskodex und anderen, aktuellen Kodizes. Der DRPR handelt in Verantwortung gegenüber dem gesamten Berufsfeld. Die Ratsmitglieder arbeiten unabhängig und sind nur sich selbst und ihrem Gewissen verpflichtet.

 

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