Oliver Schrott Kommunikation – wer die Kommunikationsbranche kennt, kennt auch diese Agentur. Das war’s dann aber auch schon mit der Bekanntheit. Wie das Agenturleben verläuft, welche Herausforderungen auf die Mitarbeiter warten und was gelungene Kommunikation ausmacht, erzählen Michael Kemme, Geschäftsführer Beratung, und Yannick Schiep, Project Manager Digital Communications, im Interview mit dem PR Journal – in gewohnter Agenturmanier per Du. Das Interview führten Annika Remberg und Alexander Fink  von kommoguntia, der Studenteninitiative der Uni Mainz.

kommoguntia: Ihr bezeichnet euch selbst als unbekannteste große Kommunikationsagentur Deutschlands. Ist das Fluch oder Segen?
Michael Kemme: Ein bisschen was von beidem. Dieser Ruf ist historisch so gewachsen. Als Oliver Schrott in der Branche anfing, hat er den Fokus auf die Kommunikation über Kunden gelegt, statt ständig über die Agentur zu reden. Wir sind in puncto Eigen PR ausschließlich mit gezielten Maßnahmen unterwegs. Wir halten Vorträge an Universitäten, sind Mitglied der GPRA und haben in diesem Jahr auch am Agentursurfing teilgenommen.

kommoguntia: Was macht Oliver Schrott Kommunikation so außergewöhnlich?
Kemme: Wir sind eine 360 Grad-Agentur. Wir machen nicht nur reine PR, sondern vereinen verschiedene Disziplinen unter einem Dach. Neben PRlern, sitzen bei uns unter anderem auch Social Media Experten, Bewegtbildspezialisten, Eventprofis und sogar Architekten. Zusammen mit unserer Fokussierung auf Automotive und Technologie ist es das, was uns von anderen deutlich unterscheidet.

kommoguntia: Was heißt das genau? Auf eurer Website beschreibt ihr eure Leistung etwas nebulös als „Advanced PR“. Was versteht Ihr darunter?
Kemme: Die bis heute gültigen Definitionen von PR stammen alle aus dem letzten Jahrhundert. Seitdem hat sich die Welt und die Kommunikation aber fundamental verändert. PR ist in ihrer Zielsetzung viel dichter an Marketing und Vertrieb gerückt und muss deutlich mehr leisten als im analogen Zeitalter. Das versuchen wir mit Advanced PR zu umschreiben: Zukunftweisende PR für eine neue Zeit. 

kommoguntia: Wir würden gerne auf das Thema Social Media zu sprechen kommen. Gibt es eurer Meinung nach bestimmte Branchen, für die Social Media besonders wichtig sind?
Kemme: An Social Media kommt heute keiner mehr vorbei, das ist einfach ein weiterer Kanal der Kommunikation. Deshalb sind Social Media für alle Marken und Branchen gleich wichtig.

kommoguntia: Nun schreibt ihr in eurem Newsletter OSK-Weekly, Facebook müsste als richtiges Umfeld für Marken hinterfragt werden. Andere Fachmedien (z.B. „pressesprecher“) bezeichnen Facebook allerdings als eine der wichtigsten Plattformen für „Gamechanging“ und Markterschließung. Wie steht ihr dazu?
Kemme: Das schließt sich ja nicht aus. Trotzdem müssen wir für jeden Kunden neu hinterfragen, wo wir welche Zielgruppen erreichen können.
Yannick Schiep: Social Media verändern sich. Früher haben wir bei Facebook eine deutlich jüngere Zielgruppe erreicht. Heute sprechen wir dort eher die Generation über 35 Jahre an. Die Jüngeren sind auf andere Plattformen ausgewichen.

kommoguntia: Wir sind noch im Studium und schauen uns schon jetzt für die Zeit danach um. Welche Einstiegsmöglichkeiten bietet Oliver Schrott Kommunikation für Absolventen?
Kemme
: Wir fahren unterschiedliche Modelle. OSK bietet ein klassisches PR-Traineeship an. Das dauert je nach Vorerfahrung zwischen ein und zwei Jahren. Auch ein Direkteinstieg ist möglich. Das hängt immer von dem jeweiligen Bewerber, den Kenntnissen und Fähigkeiten ab.
Schiep: Ich habe während des Studiums schon angefangen hier zu arbeiten. So wussten beide Seiten genau, worauf sie sich einlassen und was sie voneinander erwarten können.
Kemme: So, wie es bei Yannick gelaufen ist, ist das natürlich ideal. Dass Bewerber ihre Arbeitserfahrung gerade bei uns in der Agentur gesammelt haben, ist aber keine Voraussetzung.

kommoguntia: Zum Schluss haben wir noch drei Halbsätze für euch. Wir möchten euch bitten, diese zu beenden.
Kommunikation ist für mich…
Schiep: … vielfältig. Das beinhaltet auch die Freiheit, mich mit eigenen Ideen einzubringen und in keinem festen Raster zu stecken. Genau wie Kommunikation ganz offen ist, habe ich bei der Arbeit die Möglichkeit, ganz offen zu sein und über den Tellerrand zu blicken.
Kemme: … mein Beruf. Ich liebe ihn. Ich habe es nie bereut, mich dafür entschieden zu haben und gehe jeden Morgen mit einem Lachen hier rein. Das ist, glaube ich, ein gutes Zeichen.

kommoguntia: Richtig entspannen kann ich…
Kemme: … beim Schwimmen und beim Joggen.
Schiep: …ganz altmodisch mit der Freundin auf der Couch.

kommoguntia: Die größte Herausforderung war für mich…
Kemme: … zweifelsfrei der Umgang mit den Auswirkungen der Finanzkrise mit Stornierungen von Projekten und dem plötzlichen Rückgang von Aufträgen.
Aber hier fällt mir noch eine Begebenheit ein, die vielleicht zum Schmunzeln ist: Als ich in Shanghai einem chinesischen Publikum ein englischsprachiges Konzept präsentieren musste und gemerkt habe, dass fast niemand ein Wort Englisch spricht. Das ist dann auch leider nichts geworden – die Herausforderung war zu groß.
Schiep: Wir hatten mal Not am Mann und so musste ich kurzfristig eine Mercedes G-Klasse aus Stuttgart nach Köln fahren. Die Herausforderung war, es mit einem G63 auf der Autobahn nicht vollständig zu übertreiben und ihn heile nach Köln zu bringen (lacht).

Das Interview ist erschienen im: pr-journal.de

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