Die Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) liefert. Wer im Auslieferungsteam dabei ist, wird sich noch klären. Jedenfalls ist der Anstoß der GPRA, eine Agentur- und Verbandsübergreifende Employer-Branding-Kampagne aufzusetzen, bei anderen Agenturverbänden auf Interesse gestoßen. Denn immer stärker sehen sich Agenturen – unabhängig von ihrer Ausrichtung auf Marketing, Sales, PR oder Werbung – als Arbeitgeber einer stärker werdenden Konkurrenz von Start-ups und Unternehmen ausgesetzt, bei denen eine Anstellung – insbesondere für Berufseinsteiger – attraktiver erscheint. Hinzu kommt, dass alte Klischees vom Arbeiten in Agenturen noch immer nicht aus den Köpfen verschwunden sind, frei nach dem Motto: viel arbeiten, wenig verdienen. Dem will die GPRA im Rahmen der von ihr initiierten und geplanten Employer-Branding-Kampagne eine deutliche Imagepolitur entgegensetzen. Deutlich werden soll, dass Arbeiten in Agenturen geprägt ist von individueller Verantwortung, persönlichen Freiräumen und modernen Kooperationsformen. Während GPRA-Präsident Uwe Kohrs (Foto l.)nun an der Verbandsfront kämpft, um eine breite Unterstützung für die Kampagne zu erreichen, hat GPRA-Vorstandsfrau Birgit Krüger (Foto oben) die Verantwortung für die Inhalte übernommen.

Krüger ist geschäftsführende Gesellschafterin der Münchner Agentur Consense. Im GRPA-Kreis hat sie einen Zirkel der HR-Verantwortlichen aus den Mitgliedsagenturen initiiert, um sich gemeinsam des Themas annehmen zu können. Als größte Herausforderung beschreibt sie das Finden und Halten eines Junior-Beraters mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung. Als Ursachen habe man identifiziert, dass die Anforderungen an Agenturmitarbeiter deutlich gestiegen seien, Unternehmen als bessere Arbeitgeber wahrgenommen und alte Klischees zur echten Belastung würden.

Dem will man zumindest innerhalb der GPRA agenturübergreifend entgegenwirken. Unter der Führung von Krüger werden Kreation und Umsetzung in agenturübergreifenden Teams vorbereitet. Krüger: „Wir haben bereits ein umfangreiches Briefing erstellt, das nun noch durch Ergebnisse aus der Marktforschung von Mitgliedsagenturen ergänzt wird. Uns geht es darum, das Bild von Agenturarbeit in der Öffentlichkeit der Realität anzupassen.“ Gemeinsam wolle man Köpfe und Herzen erreichen, und das in einem ganzheitlichen, kanalübergreifenden Ansatz. Krüger: „Wir sind eben mehr als eine Ausbildungsstation für Unternehmen. Wir werden aufzeigen, welche Vorteile Arbeitnehmer in Agenturen antreffen, um die zu finden, die zur Agenturarbeit passen.“

GPRA-Präsident Kohrs (Foto l.) arbeitet derweil daran, dass auch andere Agenturverbände auf den GPRA-Zug aufspringen können. Bei einem Treffen der Verbände GPRA, GWA, FAMAB (Messebauer und Eventagenturen), des Art Directors Club ADC, OMG (Mediaagentur-Verband) und der POSMA (PoS-Marketing) in der letzten Märzwoche verständigte man sich immerhin darauf, gemeinsam am Image der Agenturen als Arbeitgeber arbeiten zu wollen. Kohrs: „Auch wenn alle ja schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht haben, dass sie an großen verbandsübergreifenden Strukturen kein Interesse haben und alle ihre Eigenständigkeit wahren möchten, so gibt es bei diesem Thema die Gelegenheit, zu einer übergreifenden Zusammenarbeit zu kommen.“ Kohrs sagte gegenüber dem „PR-Journal“ weiter, dass die GPRA die Kampagne nach Abnahme durch die Mitgliederversammlung im Mai dann im Juni starten könne. Kohrs: „Die Türe für weitere Unterstützer steht offen. Die GPRA liefert, was wir unseren Mitgliedern versprochen haben. Wer das unterstützen möchte, ist eingeladen dazu.“

Mit den Verbänden FAMAB und OMG führt Kohrs Gespräche über deren mögliche Beteiligung. Der GWA hält sich bedeckt. Hier ist offen, ob der GWA aufspringt oder eine eigene Initiative startet. Zunächst muss wohl GWA-intern geklärt werden, welches Vertrauen der zuletzt angeschlagene GWA-Präsident Ingomar Faecks im Kreise der Mitgliedsagenturen noch genießt. Diese begrüßen laut einer Umfrage in „Horizont“ mehrheitlich die Unterstützung in Form einer Employer-Branding-Kampagne durch die Verbände. Doch sehen sie sich auch selbst in der Pflicht, etwas an ihrem Image als Arbeitgeber zu tun.

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