PRSH-Vorsitzende Vivien Werner interviewt Geschäftsführerin Ulrike Hanky-Mehner und Volontärin Fiona Gollasch von Havas PR, das Interview ist erschienen im pr-journal.de

Vor dem Interview mit Havas PR in Hamburg recherchieren wir auf der Webseite und finden im Mitarbeiterportfolio einen Hund. Wir sind froh, dass wir offenbar bei einer humorvollen Agentur gelandet sind. Im Interview mit Geschäftsführerin Ulrike Hanky-Mehner und Volontärin Fiona Gollasch fällt uns auf: Hier geht es nicht nur um Humor, hier wird mit der Zeit gegangen. Digitalisierung und junger Nachwuchs wird bei Havas PR großgeschrieben.

PRSH: Drehen wir den Spieß mal um, und stellen uns vor, das hier ist ein Bewerbungsgespräch. Warum möchten Sie gerade bei Havas PR arbeiten?
Ulrike Hanky-Mehner: Ich möchte gerne in einer Agentur arbeiten, bei der ich möglichst viel Kommunikationsdisziplinen kennen lernen kann. Eine Agentur, die sich vor allem mit dem Thema PR beschäftigt, die aber eben auch über den Tellerrand hinausguckt. Denn ich denke, dass heutzutage die Grenzen zwischen PR, Social Media und Marketing so durchlässig sind, dass man auch von anderen Disziplinen viel wissen muss und viel Erfahrung braucht. Es ist wichtig zu wissen, wie die anderen Disziplinen arbeiten, damit man dann auch die ursprüngliche PR optimal steuern kann. Und das bietet Havas.

Da es Teil der Havas Group ist, konsultiert man sich häufig gegenseitig, wenn sich Themenfelder überschneiden. Ich glaube es gibt wenige Agenturen, die so integriert arbeiten. Die weltweite Mission ist es, eine relevante Verbindung zwischen Marken und Menschen herzustellen. Und das gelingt am besten zusammen. Die großen Pitches die Havas in letzter Zeit hatte, sind alle integriert gewesen, in denen mindestens zwei Disziplinen angetreten sind.

Und das ist auch das, was ich will. Ich will in meiner Kernkompetenz PR arbeiten, aber dabei ein integrierter Bestandteil des Großen und Ganzen werden.

PRSH: Was hat sich Ihrer Meinung nach in der PR-Branche verändert?
Hanky-Mehner: Eigentlich alles. Früher war der Fokus sehr stark auf der Medienarbeit. Sowohl für die Pressesprecher auf der Unternehmensseite, als auch für uns Agenturleute, waren die Journalisten der hauptsächliche Rezipient unserer Arbeit. Das hat sich geändert. Wir haben es heute mit viel mehr Stakeholdern zu tun. Wir müssen sehr viel agiler und flexibler sein. Unsere Branche ist unheimlich interessant geworden. Einige andere Disziplinen haben immer die Möglichkeit gehabt, sich den Raum für die Kommunikation zu kaufen. Wir mussten ihn immer erobern. Daran hat sich überhaupt nichts mehr geändert. Alle reden über Content Marketing, aber diejenigen, die nicht in der Lage sind, ihren Raum mit relevantem Content zu füllen, werden da draußen kein Gehör finden. Und deswegen glaube ich, dass gerade PR aktuell eine absolute Schlüsselrolle spielen kann.

PRSH: Gerade online gibt es viele Kommunikationskanäle. Ist damit das Risiko eines Shitstorms höher?
Hanky-Mehner: Mit der Angst vor Shitstorms haben Agenturen viel Geld verdient. Wenn man die Fälle mal analysiert, stellt man fest, dass Shitstorms häufig gar keine wirtschaftlichen Auswirkungen haben. Zudem sind viele Unternehmen, die damit professionell umgegangen sind, aus einem Shitstorm gestärkt hervorgegangen. Der Konsument ist heute aufgeklärter und weiß, dass ein Unternehmen Fehler machen kann. Das kann man nicht schönreden und sollte man auch niemals verschweigen. Der richtige Umgang mit Kritik ist hier der Schlüssel.

PRSH: Und wie sieht es mit Fake-News aus? Gibt es da eine Strategie?
Hanky-Mehner: Es gibt sicher nicht die eine Lösung. In meinen Augen sind Fake-News eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und deshalb ist es wichtig, den Menschen ein gutes Gefühl dafür zu geben, wie sie mit Informationen umgehen sollten. Ich glaube, dass das der Königsweg ist.

PRSH: Auf Ihrer Website ist uns ein besonderer Mitarbeiter aufgefallen. Was können Sie uns zu Caspar erzählen?
Hanky-Mehner: Caspar ist ein Teilzeitmitarbeiter bei uns. In der Regel kommt er freitags, wenn es Frühstück gibt. Er ist mein Hund und ich versuche ihn immer mal mitzubringen. Caspar ist jetzt sieben Jahre alt und gerne dabei, vor allem weil er manchmal als Model fungieren darf. Er ist unser Feel-Good-Partner und hebt die Stimmung.

PRSH: Und er wird in Essen und Streicheleinheiten bezahlt?
Hanky-Mehner: Eigentlich bekommt er bei mir seine festen Mahlzeiten. Aber ich habe immer das Gefühl, dass er kugelrund und glücklich ist, wenn er hier abends rausgeht. Er ist dann auch immer ganz müde, aber das ist ein gutes Zeichen. Caspar arbeitet hier wirklich gut mit und wird dafür dann auch immer belohnt.

PRSH: Fiona, wie wirst du bei deinem Einstieg in das Agenturleben von Havas PR unterstützt?
Fiona Gollasch: Ich habe eine Mentorin, mit der ich zusammen ab August fest und nun schon in der Übergangszeit für bestimme Kunden arbeite. Und ich schätze auch sehr, dass man schon als Volontärin viel Verantwortung bekommt, und die Chance hat, sich aktiv zu präsentieren und was zu lernen. Das ist auch wirklich der Fall, dass man von Anfang an für den Kunden als Mitglied des Teams agiert.
Hanky-Mehner: Wir schauen bei Volontären schon im Vorfeld genau hin und überlegen, zu welchen Kunden sie passen können. Das sind dann vielleicht nicht gleich Konzeptpräsentationen, sondern kleinere Projekte, aber es ist für uns ganz selbstverständlich, unsere Volontäre mit den Kunden zusammenarbeiten zu lassen.

PRSH: Eine Frage noch: Wie kommt man für die Employer-Branding-Kampagne der Agenturverbände „Mach was draus. Komm in die Agentur!“ nach wenigen Monaten auf eine Million Follower?
Hanky-Mehner: Indem man viele junge Leute hat, die einem dabei helfen.

 

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