Wozu braucht es Qualitätsstandards?

Wozu braucht es Qualitätsstandards? Damit Agenturen den Auftraggebern in Sachen Qualität immer einen Schritt voraus sind.

Kommunikation ist im 21. Jahrhundert ein wesentliches Management-Tool – sowohl im Innenverhältnis einer jeden Organisation als auch im Verhältnis zu externen Stakeholdern. Offenheit und Transparenz in Unternehmensführung und Kommunikation sind heute entscheidende Voraussetzungen für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und Shareholder-Value. Die Debatten um Purpose, Fridays-for-Future oder jetzt die Diskussion um die Lehren aus der Corona-Krise bestätigen diese Entwicklung. Authentische Reputation als Folge einer glaubhaften Antwort auf die Frage nach dem Warum des wirtschaftlichen Tuns steht dabei im Zentrum der Betrachtung.

Im Bereich der Unternehmensführung ist diese Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten durch weitreichende Regulation begleitet bzw. getrieben worden. Das Konzept des „Compliance in Business“ stellt sicher, dass Unternehmen verantwortungsvoll und mit nachvollziehbaren Prozessen im Rahmen der bestehenden Gesetze handeln. Während also Unternehmensführung zunehmend in einem normierten und nachprüfbaren Handlungsrahmen agiert, hat sich auf Seiten der Kommunikation vergleichsweise wenig getan.

Transparent nachvollziehbare und untereinander vergleichbare Kriterien zur Beratungsqualität in den Unternehmen sind bisher leider weitgehend Fehlanzeige. Die Auswahl und Bewertung der Beratungsleistung funktioniert zu häufig noch immer auf Basis persönlicher oder monetärer rein Faktoren.

Im Verhältnis Kommunikationsabteilung und Agentur führt dies zu Konflikten in der Leistungsbewertung, kurzlebigeren Geschäftsbeziehungen und sinkenden Preisen. Kommunikatoren in Unternehmen und Agenturen sind gleichermaßen gefordert, diesen unbefriedigenden Zustand zu beenden.

Welche Leistungsmerkmale eine Kommunikationsagentur besitzt, um in einer zunehmend komplexen und digitalisierten Welt Unternehmen und deren Lenker in Fragen der Kommunikation und Reputation tatsächlich wertstiftend beraten zu können, ist damit objektiv kaum verifizierbar. Einheitliche Normen und Qualitätsstandards, denen sich die Branche national oder gar international verpflichtend stellt, gibt es nicht. In der Kommunikationsindustrie gilt bis heute wie zu Zeiten des Medicus: ich bin, was ich behaupte – zumindest so lange, bis mir mein Kunde das Gegenteil beweist.

Investitionen in verbindliche Prozesse und skalierbare Strukturen finden kaum statt. Mit diesem fragilen Sonderweg riskieren Kommunikationsagenturen die Anschlussfähigkeit an die Qualitätsanforderungen und -standards einer global vernetzen Industrie.

Tatsächlich ist dieser Zustand wenig befriedigend. Zumal es mit dem Consultancy Management Standard (CMS) ein globales Regelwerk für die Qualität in der Kommunikation gibt. Da es aber bisher an der gemeinsamen Verpflichtung zu deren verbindlichen Umsetzung fehlt, ist die Wirkung dieser auf einer Zertifizierung durch unabhängige und geprüfte Auditoren beruhenden Norm äußerst begrenzt.

Die GPRA hat es sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern. Wir setzen uns dafür ein, in Deutschland & weltweit verbindliche Qualitäts-Normen in der Kommunikationsindustrie durchzusetzen – in den Bereichen Dienstleistung/Agenturen, Unternehmenskommunikation und bei Ausbildungseinrichtungen.