DRPR: Diffamierung der gesamten PR-Branche - offener Brief an den NDR

In der Sendung „Die Story im Ersten: Wahlkampf undercover“ vom 30.08.2021 gehen die Autoren verdeckt der Frage nach, wie sicher der Superwahlkampf 2021 ist und wie PR-Agenturen manipulieren. Autor Peter Kreysler schleust sich dafür mit falscher Identität in das Innere einer international tätigen PR-Agentur in London ein.

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) kritisiert die Pauschalverurteilung der gesamten PR-Branche. In einem offenen Brief hat sich der DRPR nun an den NDR gewandt.


„Sehr geehrte Frau Enwaldt, sehr geehrter Herr Kreysler,

wir haben mit Interesse Ihren Beitrag ‚Wahlkampf undercover‘ in der Reihe Story im Ersten zur Kenntnis genommen.

Die darin aufgezeigten ‚Machenschaften‘ von Wahlkampfberatern in London ordnen Sie pauschal dem Tätigkeitsfeld von PR-Agenturen zu. Dabei vermitteln Sie den Eindruck, dass die erwähnten Agenturen auch in den deutschen Wahlkampf eingreifen und hier präsent sind. Wenn dies der Fall wäre, würden wir Sie bitten dem Deutschen Rat für Public Relations (DRPR), natürlich vertraulich, ihre Informationen zur Verfügung zu stellen, damit der Rat gegen diese Unternehmen ermitteln kann. Denn anders, als in Ihrem Beitrag suggeriert, gibt es hierzulande klare Regeln und Kodizes für die PR-Branche, die Transparenz und seriöses Arbeiten gewährleisten sollen.

Der DRPR wird von den führenden Branchenverbänden als Kontrollorgan getragen und geht seit nunmehr 30 Jahren gegen Personen und Institutionen vor, die gegen diese Regeln verstoßen. Dies schließt auch Verstöße im Bereich Public Affairs ein. Die entsprechenden Richtlinien und Kodizes sind jederzeit auf unserer Website einsehbar und heute Teil des Selbstverständnisses von PR-Leuten in Deutschland. Es ist bedauerlich, dass Sie dies bei Ihren Recherchen offensichtlich übersehen haben. Anders ist kaum zu erklären, dass Sie in Ihrem Beitrag den Eindruck erwecken, als sei PR eine Branche, in der Wahlkampfmanipulationen gängige Praxis sind.

Damit wärmen Sie lediglich Klischees der Vergangenheit wieder auf und diffamieren die gesamte PR-Branche, die schon seit langem nach klaren, transparenten Regeln arbeitet. Der DRPR aktualisiert und wacht über diese Regeln und sorgt hier für die gebotene Einhaltung. Um es deutlich zu sagen: die von Ihnen dargestellten Sachverhalte sind natürlich nicht akzeptabel und sie widersprechen eindeutig den geltenden Kodizes in Deutschland. Insofern würden wir uns über eine Kontaktaufnahme von Ihnen freuen und wären gerne bereit, bei derartigen Regelverstößen Ermittlungen gegen die betreffenden Unternehmen aufzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. Lars Rademacher (Vorsitzender des Deutschen Rates für Public Relations)
Uwe A. Kohrs (Vorsitzender des Trägervereins des Deutschen Rates für Public Relations)“


Veröffentlicht am 7.09.2021

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