Von Kommunikation über Inspiration - wir fragen nach!

Dieses Mal mit Markus Engel von communication consultants

Markus Engel
Markus Engel

Der längste Tresen Vaihingens – das ist der Lieblingsplatz von Markus Engel, Managing Partner bei Communication Consultants GmbH. Warum das sein Lieblingsplatz in der Agentur ist? Nun ja, der längste Tresen Vaihingens ist in „normalen Zeiten“ der ideale Treffpunkt für Austausch und Impulse. Und wenn man Markus fragt, kommt es genau darauf in der Kommunikationsbranche an! Warum seine Frau ihn auch manchmal News-Junkie nennt oder er selbst seinem früheren Ich gerne „think less“ sagen würde, erfahrt ihr im Interview.

Warum bist Du Kommunikationsberater geworden?

Oh, das geht schon auf mein Studium zurück. Ich habe meine Abschlussarbeit über CSR geschrieben – ja schon damals hat man darüber geforscht und geredet – das hat mich echt voll reingezogen in die Vermittlung zwischen Unternehmen, deren Mitarbeitenden und den Menschen in den unterschiedlichsten Bezugsgruppen. „Berufung“ könnte man das wohl nennen.

Wann hast Du das erste Mal die Wirkmacht von Kommunikation erlebt?

Ich kann mich ans erste Mal wirklich nicht erinnern – vermutlich wars das erste Schreien als Baby, das mir dann zu einem Schluck Milch verholfen hat … Aber im Ernst: Als Hauptseminararbeit habe ich mit ein paar Kommiliton:innen eine Studie über die Kabelpilotprojekte in Deutschland gemacht. Das war ein Haufen Arbeit damals. Deswegen haben wir überlegt, ob man das nicht irgendwie weiter „vermarkten“ könnte. Wir haben es dann einfach per PI versucht. Die wurde von ein paar Tageszeitungen – unter anderem der Medienseite der SZ – mitgenommen und schwupps, hatten wir einen Berg von Bestellungen im Haus und waren mit Produktion und Versand unserer Studie für Wochen gut beschäftigt. Heute würde man sagen, wir waren geflasht. Aber das zeigte mir damals: PR wirkt!

Wann hattest Du zuletzt das Gefühl, den richtigen Job zu haben? Und warum?

Solche Tage sind glücklicherweise die große Mehrheit, aber ihr wollt es vermutlich konkret? Erst vergangene Woche war so ein Tag, an dem „das pralle Leben tobte“ wie ich es mag. Zuerst der Besuch bei einem Mitarbeiter, der Vater wurde, dann noch Einstellungsgespräche vor Ort in der Agentur, Kundenworkshops per Teams und Mural-Board – und abends die Nachricht über einen Neukundengewinn, für den wir dann noch das Team zusammengestellt haben.

Was ist für Dich das Besondere am Arbeiten in einer Agentur?

Während des Studiums habe ich in die Kommunikationsabteilungen verschiedener Unternehmen reingeschnuppert und dann auch in eine Agentur. Von dem Moment an war für mich klar: Ich entscheide mich für thematische Abwechslung, mehr Verantwortung und Gestaltungsfreiheit. Und an der Arbeit, in der selbst gegründeten Agentur, begeistert mich, dass ich entscheiden kann, für welche Kunden und Themen wir arbeiten wollen. Zudem kann ich das Arbeitsklima so gestalten, wie ich es gut finde.

Welche drei Buzzwords in der PR gehen Dir am meisten auf die Nerven? Und warum?

Na, ich bin ein recht geduldiger Mensch, drum geht mir so schnell nichts auf die Nerven. Mit mir kann man über ganz viel reden. Eng wird’s, wenn jemand meint, er hätte die Weisheit für sich exklusiv gepachtet. Die PR ist heute so schnelllebig, da entscheidet sich im Nullkommanichts, ob ein Thema relevant ist. Buzzwords sortiere ich offensichtlich gleich so gründlich aus, dass sie meine Festplatte im Kopf nicht blockieren.

Welches Buch sollte man als Kommunikationsberater:in gelesen haben?

Hmmm, das eine Buch? Ich finde zum Beispiel „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider sollte man gelesen haben. Das bekommen alle Neuen bei uns. Sprache ist schließlich eine nicht zu unterschätzende Basis in unserem Berufsfeld. Ein neues Buch, das mich sehr angesprochen hat, ist „Der Kampf um die Wahrheit“ von Andreas Anton und Alan Schink über Verschwörungstheorien und Fake-News – leider aktueller denn je…

Was ist Deine Inspirationsquelle?

Meine Frau sagt immer, ich sei ein News- und Neuigkeiten-Junkie… Dinge aufschnappen, sie vertiefen und verdichten, mit anderen in Austausch drüber gehen, zusammen mehr daraus entstehen lassen – das inspiriert mich, das finde ich superspannend, jeden Tag aufs Neue. Ich bin ein Teamplayer und genieße das einfach.

Wie startest Du in den Tag?

Das ist jetzt wohl keine Überraschung: Mit einem News-Check und dem ersten von – womöglich zu – vielen Espressi im Laufe des Tages. Aber dann ist erst mal Baloo, mein „Labrador-Kumpel“, dran. Mit ihm geht es morgens erst mal in den Wald. Er begleitet mich aber auch oft in die Agentur, manchmal drehen wir auch mittags eine Walk-&-Talk-Runde mit Mitarbeitenden über die nahegelegenen Felder.

Beratungsqualität bedeutet für mich …

… unser Motto: Reindenken. Rausfinden. Mehr draus machen. Und zwar ganz individuell für jeden Kunden und jede Aufgabenstellung, also nicht nach Schema F. Uns treibt, unsere Expertise bestmöglich einzubringen, aber uns nie über den Kunden zu stellen oder in den Vordergrund zu drängen. Wir wollen das Geschäft unserer Kunden so gut verstehen, dass wir auf Augenhöhe mitreden können und gemeinsam Kommunikation machen, die wirklich wirkt – das ist für mich Beratungsqualität.

Stell Dir vor: Ich als Berufseinsteiger! Was würdest Du Deinem früheren Ich gerne mitteilen?

Mein „jüngeres Ich“ hatte ehrlich gesagt früher ganz schön Manschetten, bei großen Firmen oder den Unternehmenschefs selbstbewusst als der Berater aufzutreten. Gerade Chefs von Mittelständlern haben ja meist echt viel geschaffen. Ex post würde ich meinem „jüngeren Ich“ gerne sagen: „think less“ und traue Deiner Expertise und Deinem Bauchgefühl. Schön ist, dass ich das heute bei vielen unserer Young Professionals beobachten kann, wenn sie sich freischwimmen. Und falls es auch da eher Zögerliche gibt, die es eigentlich draufhaben, ermutige ich sie, sich selbst mehr zu vertrauen.

Ich engagiere mich in der GPRA, weil …

… mich der Austausch mit den Kolleg:innen inspiriert. Es mich freut, dass bei vielen, die Wettbewerber am Markt sind, der Geist der „share-economy“ angekommen ist. Gemeinsam mit den GPRA-Kolleg:innen treiben mich die Themen Qualität in Ausbildung und Beratung und nach wie vor, die Verbesserung des Images unseres Berufsstandes um. Ärgerlicherweise liefern immer wieder schwarze Schafe Vorlagen, dass von PR-Gags oder dergleichen gesprochen wird.


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Ansprechpartnerin für das Interview-Format ist Alicia Altvatter (Weber Shandwick) von den GPRA Young Professionals: AAltvatter@webershandwick.com

Veröffentlicht am 29.04.2022

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