Deutschland ist auf die digitale Entwicklung nicht genügend vorbereitet, seine Bürger können die digitale Transformation nur ungenügend mitgestalten. Der Verband der führenden Kommunikationsagenturen GPRA fordert deshalb die digitale Bildung konsequent auszubauen, um junge Menschen für die digitale Welt grundlegend auszubilden.

Berlin, 01.10.2018 – Die Entwicklung ist alarmierend, Deutschland ist nicht fit für die digitale Welt. Im „World Competitiveness Ranking“ des renommierten „International Institute for Management Development“ beispielsweise belegt es bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit nur noch den 17. Platz. Auch die Kenntnisse der jungen Generation gehen über ungenügendes Basiswissen nicht hinaus. Ihr fehlt es an Digitalkompetenz, um die Herausforderungen der digitalen Zukunft zu meistern und ihre Chancen aktiv nutzen zu können. Neben der bereits viel zitierten Lücke in der technischen Kompetenz kommt der Informationskompetenz – dem Erkennen von glaubwürdigen Informationen – eine steigende Bedeutung zu. Die aktuellen Lehrpläne jedoch sind unzureichend darauf ausgerichtet.

„Wir müssen den Nachwuchs auf die digitale Lebens- und Arbeitswelt besser vorbereiten“, erklärt Christiane Schulz, Präsidentin der GPRA. Es gehe dem Verband um den Aufbau von Medien- und Digitalkompetenz und damit um digitale Souveränität und Mündigkeit. Das Ziel müsse es sein, junge Menschen darin auszubilden, mit digitalen Technologien und Medien eigenverantwortlich umzugehen.

Die Ausbildung in Deutschland ist dafür bisher nicht geeignet. Fake News und Desinformation zu erkennen oder sich selbstbestimmt in der Informationswelt zurechtzufinden, wird nicht systematisch gelehrt. Zusammen mit der Quadriga Hochschule Berlin gibt die GPRA deshalb den Impuls zu einem „Curriculum für Digitale Bildung“, das am Lehrstuhl für Digitale Transformation im Rahmen einer Masterarbeit erarbeitet wurde.

Das „Curriculum für Digitale Bildung“ umfasst unterschiedliche Module, die eine umfassende Ausbildung garantieren. Vermittelt werden „Anwendungs-Know-how“, „Technisches Grundverständnis“, „Digitale Mediengesellschaft“, „Erstellung von Inhalten“ und „Problemlösung und Mitgestaltung“. Die Module sollen aber nicht als einzelnes Lehrfach in die Ausbildung eingefügt werden. Vielmehr soll darunter ein Querschnittsthema verstanden werden, das in alle Bereiche integriert wird.
Gefordert ist nun die Politik, schnellstmöglich geeignete Bedingungen in den Bildungseinrichtungen zu schaffen. Es bedarf noch erheblicher struktureller und finanzieller Anstrengungen, die Grundlagen auszuarbeiten und in die jeweiligen Unterrichtspläne der Schulen, Berufsschulen und Universitäten einzubinden.

„Selbstverständlich muss auch die Wirtschaft ihren Teil dazu beitragen, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern“, fordert Schulz. „Die GPRA wird sich bei diesem Thema weiter einbringen. Es bedarf allerdings einer aktiven politischen Führung bei gleichzeitiger Koordination mit der Wirtschaft zum Thema digitale Kompetenz, damit wir die bestehende Lücke schließen und nicht noch weiter zurückfallen.“

Das Impulspapier steht unter www.gpra.de zur Verfügung.

Über die GPRA e.V.

Die GPRA e.V. ist der Verband der führenden PR- und Kommunikationsagenturen in Deutschland. Mit strengen Aufnahmekriterien und hohen Anforderungen an ihre Mitglieder setzt er Standards in der Kommunikationsbranche. Der Verband repräsentiert 35 Agenturen mit circa 2.800 Mitarbeitern und einem Marktanteil von fast 50 Prozent. Die GPRA wurde 1974 gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.